Unter einer Feuerbestattung, auch
Kremation, Kremierung oder Einäscherung, versteht
man die Veraschung eines Verstorbenen. In westlichen Ländern
wird dieser Vorgang im Krematorium durchgeführt.
Die Beisetzung der Überreste erfolgt gewöhnlich
in einer Aschekapsel. Es gibt zahlreiche Beisetzungsformen
für die Asche Verstorbener. Trotz einiger Diskussionen
in Deutschland besteht die gesetzliche Pflicht zur Beisetzung
der Asche auf einem Friedhof (Friedhofszwang). So wird
als letzte Ruhestätte der Urne die Beisetzung in
der Erde ausgewählt. Sowohl in Deutschland und Österreich
als auch in der Schweiz ist eine Bestattung der Asche
in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich von
Bäumen (Naturbestattung) möglich. Diese Methode
wird in genehmigten Wäldern, aus markenrechtlichen
Gründen unter anderer Bezeichnung durchgeführt.
Die Bestattung kann im Wurzelbereich alter Bäume
(Baumfeld), aber auch bei gleichzeitiger Anpflanzung eines
neuen Baumes erfolgen.
Vorraussetzungen für
eine Feuerbestattung
Die Feuerbestattung bedarf in Deutschland einer gesonderten
Genehmigung. Insbesondere dürfen keine Zweifel an
der Identität des Toten und an der Todesursache bestehen,
da eine nachträgliche Untersuchung der Leiche (Exhumierung)
nach der Verbrennung nicht mehr möglich ist. Ablauf
der Feuerbestattung
Der Leichnam wird mitsamt dem Sarg in einem Krematorium
verbrannt. Dabei werden Särge aus Holz verwendet.
In einigen modernen Verbrennungsöfen ist es auch
möglich Särge, die aus anderen brennbaren,
umweltneutralen Stoffen (z.B. Pappe) bestehen, zu verwenden.
Ein Schamottestein mit einer Nummer, der auf den Sarg
oder zum Leichnam gelegt wird, gewährleistet die
eindeutige Zuordnung der Asche. Die Öfen in einem
Krematorium sind nicht dafür ausgelegt, mehr als
einen Sarg gleichzeitig aufzunehmen.
Die Kremierung selber erfolgt in einem Muffelofen, der
auf etwa 900 °C vorgeheizt wird. Die Systeme verfügen
heute in der Regel über Sicherheitseinrichtungen,
die eine umwelt- und ressourcenschonende und für
den Mitarbeiter sichere Verbrennung sicherstellen. Der
Sarg wird meist automatisiert eingefahren, um einen
übermäßigen Temperaturverlust zu vermeiden.
Der Sarg entzündet sich durch die von der wärmespeichernden
Schamotteauskleidung des Ofens abgegebene Hitze von
selbst. Andererseits bringt die Verbrennung des Sarges
auch die notwendige Energiemenge ein, um die Verbrennung
am Laufen zu halten. Der Brand wird lediglich durch
Zuführen warmer Luft unterstützt. Diese Phase
dauert etwa 45 Minuten und endet mit dem Abblasen der
Holzasche, bis dahin ist ein Einsatz der Gasbrenner
nicht notwendig. Die Temperatur wird durch Zuschalten
von Gasbrennern auf 1.200 °C erhöht, um verbliebene
Bestandteile zu veraschen, im Wesentlichen verbleiben
so nur mineralische Knochenbestandteile, dazu Zähne
und nichtbrennbare Implantate. Der Kremationsprozess
dauert insgesamt etwa 90 Minuten.
Die Aschenkapsel wird oft in eine repräsentative
oder dekorative Überurne eingesetzt. Die Überurne
gibt der einfachen Aschekapsel ein würdiges Aussehen.
Einige Krematorien bieten auf Nachfrage die Möglichkeit
zur Besichtigung an. Angehörige können in
besonderen Fällen bei der Kremierung anwesend sein.
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